Ein Blick in die Geschichte
Die heutige Markuskirche geht auf eine frühgotische Basilika aus dem 14. Jahrhundert zurück. Das Mittelschiff und der Chor stammen aus dieser ersten Bauzeit – genau wie einige der Kragsteine, die man über den Bögen im Inneren sehen kann.
Später entstanden die Seitenschiffe, Chöre und das südliche Gebälk, sodass die Kirche um 1520 als dreischiffige gotische Hallenkirche fertiggestellt war – so, wie sie bis heute erhalten ist.
Kunst und Architektur entdecken
Wer die Kirche betritt, begegnet vielen Zeugnissen unterschiedlicher Epochen:
- Ein Taufbecken aus dem 14. Jahrhundert.
- Eine Christusfigur aus dem späten 15. Jahrhundert.
- Die Kanzel, gestiftet 1617 von Landgraf Philipp III. von Hessen-Butzbach.
- Der Orgelprospekt von 1614, eines der ältesten erhaltenen Orgelgehäuse Hessens.
Das jetzige Orgelwerk der Schweizer Firma Metzler wurde 1990 eingebaut – eine gelungene Verbindung von alter Handwerkskunst und moderner Klangtechnik.
Die Fürstengruft und ihre Kostbarkeiten
Unter der Kirche befindet sich die 1622 erbaute Fürstengruft des Landgrafen Philipp III. Die Krypta ist mit eindrucksvollen Stuckarbeiten der Grünewaldschule geschmückt. Vier der Särge sind dort bis heute zu sehen.
Besondere Grabmäler und zweite Orgel
Zahlreiche Grabplatten in der Kirche erinnern daran, dass der Friedhof bis 1610 direkt neben dem Gotteshaus lag. Besonders sehenswert sind die Grabsteine von Werner von Eppstein († 1462) und Graf Philipp VII. von Falkenstein († 1410).
Im Nordchor steht außerdem eine zweite Orgel – eine romantische Orgel der Firma Förster & Nicolaus aus dem Jahr 1904. Sie wird heute vor allem für Werke der Romantik gespielt.
Der markante Kirchturm
Der 47 Meter hohe Turm der Markuskirche prägt das Stadtbild von Butzbach. Zwei seiner vier Glocken stammen bereits aus dem 14. Jahrhundert (1372 und 1379). Nachdem ein Sturm 1601 den gotischen Helm zerstörte, erhielt der Turm seine heutige barocke Form.
Kirchenführer: Jörg Wiegand: Die Markuskirche Butzbach
Erstveröffentlichung: 1. Juni 2007
Preis: 7,50 € (im Gemeindebüro oder im Buchhandel, ISBN 978‑3‑00‑021299‑4)
Renovierungen: 1903/04 und 1965–67
Orgelbau: Metzler (1990), Förster & Nicolaus (1904)