Bericht

40 Jahre Musik – Uwe Krause verabschiedet sich in den Ruhestand

Es war ein trü­ber, kal­ter Januartag im Jahr 1986, als Uwe Krause zum ers­ten Mal auf dem Butzbacher Kirchplatz stand. Und er hat gleich gewusst: „Das ist hier etwas Besonderes“. Nun, 40 Jahre spä­ter, geht der Dekanatskantor in den Ruhestand.

Auch das Innere der Markuskirche beein­druck­te den jun­gen Kirchenmusiker damals sofort. Die Emporen, der ein­drucks­vol­le Orgelprospekt, der Raum hin­ter dem Altar – Uwe Krause hat­te schnell eine Vorstellung davon, wel­che musi­ka­li­schen Möglichkeiten der Ort bot. „Ich habe die hin­te­re Empore gese­hen und wuss­te gleich: Hier gehö­ren die Bläser hin.“ Besonders die mehr­chö­ri­ge Musik der Renaissance hat es ihm ange­tan. Für sie, sagt er, sei die Butzbacher Kirche mit ihrer beson­de­ren Akustik ideal.

Vom Posaunenchor zur Kirchenmusik

Seine Leidenschaft für die Musik ent­deck­te Uwe Krause schon früh. Aufgewachsen ist er im heu­ti­gen Bad Emstal. Dort spiel­te er im Posaunenchor mit rund 70 Aktiven. „Es waren die Geburtstagsständchen, das Musizieren bei Beerdigungen, Gottesdiensten und Gemeindefesten, die den kla­ren Berufswunsch in mir weck­ten, Kirchenmusiker zu werden.“

Nach dem Abitur konn­te er sei­ne Begeisterung für die Bläsermusik in der Westfälischen Landeskirchenmusikschule in Herford wei­ter­ent­wi­ckeln. Dann führ­te ihn sein Weg nach Butzbach.

Von 1990 bis 2011 war Uwe Krause zudem Propsteikantor für Oberhessen-Süd. Seit 2012 ist er Beauftragter der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) für Kirchenmusik im Rundfunk.

Eine neue Orgel für Butzbach

Als Krause 1986 nach Butzbach kam, war die Orgel in einem sehr schlech­ten Zustand. Der Kirchenvorstand ver­band mit dem neu­en Kantor des­halb auch die Hoffnung auf eine neue Orgel. „Das hat mich gera­de in den ers­ten Jahren viel beschäf­tigt, aber auch Spaß gemacht.“

Unterstützt wur­de Uwe Krause in sei­ner Arbeit seit 1995 durch den Freundeskreis für Kirchenmusik in der Markuskirche.

Von Hessentag bis Silvesterkonzert

Zu den vie­len Höhepunkten zählt Krause den Hessentag 2007 in Butzbach mit der Rosenkirche und vie­len musi­ka­li­schen Veranstaltungen. Außerdem auch das offe­ne Singen in der Markuskirche in der Adventszeit, die Bläsermusiken zum Jahresbeginn des Posaunenchores sowie ver­schie­de­ne Jazz-Veranstaltungen.

Immer wie­der begeis­tert hat ihn die Zusammenarbeit mit ver­schie­de­nen Komponistinnen und Komponisten. „Das gibt mir Inspiration und Motivation.“ Überhaupt war es die Zusammenarbeit mit Menschen, die sei­ne Arbeit geprägt hat.

Das gilt beson­ders für den Posaunenchor, den Krause vier Jahrzehnte diri­gier­te. Außerdem bil­de­te er zahl­rei­che Jungbläser aus. „Zu sehen, wie die Kinder wach­sen, ler­nen und sich ent­wi­ckeln, wie begeis­tert sie sind und wie vie­le über lan­ge Zeit dabei­blei­ben – das hat mir immer gro­ße Freude gemacht.“

Rund 25 bis 30 Auftritte im Jahr hat der Posaunenchor bei Gottesdiensten und Festen der Gemeinde, aber auch bei Dekanatsveranstaltungen. Wenn mal ein Instrument fehl­te, sprang der Kantor selbst ein und spiel­te Posaune oder Tuba oder Trompete.

Mit der Kammerphilharmonie Bad Nauheim führ­te ihn die Musik sogar bis nach China. Mit dem Chor der Pekinger Staatsoper spiel­te das Ensemble dort vor rund 7.000 Menschen den Schlusschor aus Beethovens 9. Sinfonie.

Zeit für neue Musik 

Nun beginnt für den Kantor ein neu­er Lebensabschnitt. Und der fällt ihm durch­aus nicht ganz leicht. „Ich muss ler­nen, los­zu­las­sen. Das ist schwer, geht aber.“ Besonders, weil noch kein/e Nachfolger/in gefun­den wurde.

Ganz ohne Musik wird der Ruhestand aller­dings nicht aus­fal­len. Uwe Krause will wei­ter­hin an ver­schie­de­nen Orten Orgelkonzerte spie­len. Darüber hin­aus freut er sich vor allem auf die neue Freiheit, sei­ne Zeit selbst ein­tei­len zu kön­nen und sie zum Beispiel im Garten sei­nes Zuhauses in Süddeutschland ver­brin­gen zu können.

Am Samstag, 12. September 2026, um 15 Uhr wird Uwe Krause in der Markuskirche in Butzbach mit einem Gottesdienst ver­ab­schie­det. Zum Gottesdienst und zum anschlie­ßen­den Empfang sind alle Interessierten herz­lich eingeladen.

Ein Text von

Anna-Luisa Hortien ist seit Juli 2020 für die Öffentlichkeitsarbeit im Evangelischen Dekanat Wetterau zustän­dig. Sie küm­mert sich um die Pressearbeit, den Auftritt in den sozia­len Medien und die Internetseite des Dekanates, erstellt Printmedien und berät Gemeinden.