Sommerzeit ist Urlaubszeit. Viele Menschen sind unterwegs. Mit dem Auto. Dem Flugzeug. Auch mal zu Fuß oder mit dem Rad. Abschalten vom Alltag. Mit neuen Eindrücken zurückkommen. Und auch für die, die zu Hause bleiben, ist die Sommerzeit eine besondere Zeit. Manches wird nicht weniger, aber oftmals ein bisschen ruhiger. Als würden die, die vor den Pools auf ihren Liegen fletzen, ein bisschen der Urlaubsruhe nach Hause schicken.
Gleichzeitig ist die Sommerzeit auch eine Übergangszeit. Nicht auf einen Schlag wie beim Jahreswechsel. Aber Stück für Stück ändern sich hier manche Lebensgeschichten. Für einige Kinder endet die Kindergartenzeit und sie sind nun bald Schulkinder. Auch aus unserem Kindergarten wagen 14 Delfinkinder diesen Sprung. Für andere steht ein Klassenwechsel an. Oder die Schule ist erfolgreich beendet und FSJ, Studium oder Ausbildung beginnen nun. Manch ein Erwachsener beginnt eine neue Stelle. Oder hat im Urlaub den Kopf frei bekommen für das, was er im Leben braucht und geht neue Wege. Für andere endete in den verfangenen Wochen das Berufsleben und es heißt, sich nun neu zu orientieren mit der gewonnen Zeit – Darunter auch die Pfarrer unserer Gesamtkirchengemeinde Birgit Müller, Sabine Vosteen und Uwe Wagner-Schwalbe. Ja, in diesem Sommer stecken Übergänge, Aufbrüche und Veränderungen.
Diese Momente erinnern mich an viele biblische Geschichten, in denen Menschen einen neuen Lebensabschnitt wagen. Abraham und Sarah verlassen ihre vertraute Gegend und machen sich auf in ein Land, dass Gott ihnen zeigen will. Mose führt das Volk aus Israel. Jesus lässt sich Taufen und beginnt so gestärkt seine Verkündigung. So unterschiedliche diese Erzählungen sind, alle haben etwas gemeinsam: Den Aufbruch. Und den Zuspruch Gottes. Oft formuliert als ein Segen. Als all das Gute, dass Gott einem Menschen schenkt. Das stärkt und bewahrt. Nicht die Sorgen nimmt aber verspricht: Ich bin bei dir. Bei Abraham wird das besonders deutlich: „Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein“ spricht Gott ihm zu.
Auch in dieser Gemeindebriefausgabe finden Sie den ein oder anderen Segen, den Menschen entweder selbst in einem Moment des Übergangs gesprochen – oder zugesprochen bekommen haben. Sie sind oft ganz vielfältig, mal unscheinbar, mal auch gepaart mit Witz. Aber doch immer voller Hoffnung.
Ich möchte Sie einladen: Vielleicht gibt es in Ihrem Umfeld auch einen Menschen, der einen Übergang gewagt hat. Ein Kind, das in den Kindergarten oder in die Schule kommt. Jemand Erwachsenes, der einen neuen Job antritt. Jemand vor dem nun gute Jahre des Ruhestands liegen. Welche Wünsche möchte Sie diesem Menschen mit auf den Weg geben? Was wünschen Sie ihm oder ihr? Und wie können Sie vielleicht das formulieren, was wir selber nicht in den Händen halten aber Gott überlassen dürfen? Formulieren Sie doch einfach mal Ihren eigenen Segen. Schreiben ihn auf oder sprechen ihn der Person direkt zu. Keine Angst, das ist ein intensiver Moment. Aber auch besonders schön.
Wunderbare Momente und weiterhin eine gesegnete Sommerzeit wünsch
Ihr Pfarrer David Lieder
Gott segne die Wege, die vor dir liegen.
David Lieder
Er segne die Menschen, die sich mit dir auf den Weg machen.
Er schenke dir offene Augen,
damit du siehst, wer deine Nähe braucht.
Er schenke dir offene Ohren,
damit du hörst, was Menschen bewegt.
Er schenke dir ein weites Herz,
für Freude und Sorgen,
für Lachen und Tränen,
für Freunde und Fremde.
So segne und bewahre dich,
der Gott des Friedens, der dir dein Leben geschenkt hat.
Heute, morgen und jeden neuen Tag.
Amen.
Ein Text von
- Pfarrer
