„Also, wie war das mit Konfi jetzt noch mal?“ ist eine der Fragen, die uns als Pfarrerinnen und Pfarrer in den letzten Monaten immer wieder gestellt wurde. Denn im Rahmen der Bildung unserer Gesamtkirchengemeinde bleibt manches abstrakt, manches weit entfernt vom Alltag – aber manches auch ganz griffig und wird vor Ort spürbar. Die Konfirmandenarbeit ist ein Teil davon. Manches ändert sich hier – vieles bleibt aber auch gleich.
Zunächst: Es gibt weiterhin Konfirmandenunterricht. Allein mit Blick auf die Ruhestandsversetzung einiger KollegInnen vergangenes Jahr und in den vergangenen Monaten (mit Cornelia Hankel, Birgit Müller, Sabine Vosteen, Uwe Wagner-Schwalbe immerhin 4 von 10 PfarrerInnen der Gesamtkirchengemeinde) wird deutlich, dass die alte Struktur „in jedem Dorf findet Konfi statt“ nicht mehr trägt. Gerade deswegen freuen wir uns so, dass dieses Konfi-Jahr mit annähernd 130 Konfis so einen großen Zuspruch erfährt.
Die neuen Konfis haben wie in den vergangenen Jahren die Wahl, sich in eine der angebotenen Gruppen einzuwählen. Hierbei besteht die Wahl zwischen monatlichen Konfi-Samstagen, wöchentlichen Dienstag-Nachmittagen und einem Mischmodell. So können die Jugendlichen je nach persönlichen Bedürfnissen, Freizeitbeschäftigung etc. die passende Gruppe für sich wählen – und sich dabei auch an ihrem Freundeskreis orientieren.
Gleichzeitig findet eine regionale Versorgung in den „Nahbereichen“ statt: Fünf Konfi Gruppen gibt es gesamt, davon eine im Wettertal, eine in Hausberg-Philippseck, zwei in der Kernstadt und eine am Limes Nord. Der Umfang der Konfi-Zeit ist dabei bei allen Gruppen in etwa gleich – das gibt schon das EKHN-Gesetz zur Konfi-Arbeit vor.
Ebenfalls werden in allen Gruppen die klassischen Basis-Themen behandelt. Als Grundlage gilt hierbei: Die Konfizeit ist freiwillig, aber nicht beliebig. Regelmäßige Teilnahme, Gottesdienstbesuche etc. gehören als Selbstverpflichtung zu dem Konfi-Jahr dazu. Jeder Pfarrperson ist es dabei aber frei, mit Blick auf eigene Möglichkeiten und die entstandene Gruppe vor Ort Schwerpunkte zu setzen.
Alle Konfis werden in einem gemeinsamen Gottesdienst eingeführt. Dieser Gottesdienst ist an diesem Wochenende auch der zentrale Gottesdienst der Gesamtkirchengemeinde: Und alle (!) sind eingeladen.
Einen gemeinsamen Auftakt bildet die gemeinsame Konfi-Fahrt aller Gruppen auf die Burg Rieneck Ende August. Weitere gemeinsame Projekte, auch regional, sind in Planung. Die Konfirmationen finden nach den jeweiligen Vorstellungsgottesdiensten orientiert am Kirchenjahr an den Sonntagen Exaudi und Rogate statt (für diesen Jahrgang sind das die ersten beiden Maiwochenenden).
In den vergangenen Jahren haben wir sehr gute und positive Erfahrungen damit gemacht. Die Jugendlichen kommen über die Dorfgrenzen zusammen, es entstehen bunte und vielfältige Gruppen während gleichzeitig eine Identität vor Ort gewahrt wird. Das Gefühl „Wir sind viele!“ begleitete das ganze Konfi-Jahr, und ist dieses Jahr wieder deutlich spürbar. Wunderbar ist auch, dass es so viele Teamer gibt, die diese Konfi-Zeit ehrenamtlich begleiten und noch einmal ganz anders mit den Jugendlichen ins Gespräch über Glauben und Religion gehen, als wir Pfarrer das können.
Ein Text von
- Pfarrer
