Impuls

Endlich wird alles Leid vorbei sein.

Jahreslosung 2026 Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu! Offenbarung 21,5

Gedanken zur Jahreslosung 2026 von Kirchenpräsidentin Prof. Dr. Christiane Tietz

„Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“
(Offenbarung 21, 5)

So sehr wir uns in die­sen kri­sen­ge­schüt­tel­ten Zeiten danach seh­nen, dass alles neu und anders wird, ist die Jahreslosung 2026 aus dem Neuen Testament kei­ne Verheißung für unse­re Gegenwart und auch kei­ne für unse­re nähe­re Zukunft. Sie stammt aus dem 21. Kapitel der Johannesoffenbarung. Der Seher, der in ihr spricht, sieht eine ganz ande­re Zukunft. Sie wird der­einst von Gott kommen.

Diese Zukunft ist kein Moment im Kreislauf des Lebens, so wie in jedem Frühling der Mai „alles neu macht“. Das Neue von Gott ist end­gül­tig. Gott wird unter den Menschen zel­ten, steht kurz vor dem Vers der Jahreslosung. Diese Nähe Gottes wird alles anders machen. Gott wird Alpha und Omega sein, Ursprung und Ziel der Welt, heißt es dann wei­ter. Alles, wor­in die Welt sich von Gott ent­fernt hat, wo sie men­schen­feind­lich und wider­gött­lich war, wird ein Ende haben. Menschen wer­den ihre Freiheit nicht mehr miss­brau­chen. Zärtlichkeit atmet das Bild, dass im Vers direkt vor der Jahreslosung steht: Gott wird jede Träne, die Menschen geweint haben, abwi­schen. Gott nimmt die Menschen, die Tränen geweint haben, wahr und trös­tet sie. Es wird kei­ne neu­en Tränen des Leides mehr geben. Endlich wird alles Leid vor­bei sein.

Der Glaube an die­sen Gott gibt Kraft, gegen das Leid in die­ser Welt zu pro­tes­tie­ren. Er fin­det sich mit den Zuständen nicht ab. Als Kirche kön­nen wir nicht alles so neu machen, wie Gott es kann. Menschen wer­den wei­ter Dinge erle­ben, die sie Tränen des Leides wei­nen las­sen. Aber wir kön­nen dar­auf hin­ar­bei­ten, dass dies mög­lichst sel­ten der Fall ist: Wir set­zen uns für gerech­te Lebensbedingungen für alle ein. In sozia­len Projekten von Kirche und Diakonie wer­den Menschen in schwie­ri­gen Lebensphasen unter­stützt. Sie bekom­men die Chance für einen Neuanfang in Ausbildung oder Beruf. In Trauercafés oder in der Seelsorge fin­den Menschen ein offe­nes Ohr für das, was sie trau­rig macht. So kön­nen sie auch jetzt schon die Erfahrung machen, dass sie in ihrem Leid wahr­ge­nom­men wer­den und man­che Tränen trocknen.

Ich wün­sche Ihnen ein neu­es Jahr vol­ler Trost, Hoffnung und Segen,

Ihre Christiane Tietz

Ein Text von

Christiane Tietz, die seit dem 1. Februar 2025 das Amt der Kirchenpräsidentin inne­hat, möch­te den Weg der Kirche ver­ant­wort­lich gestal­ten und mit ihrer theo­lo­gi­schen Kompetenz Orientierung in schwie­ri­gen und kom­ple­xen Zeiten bieten.