Übergänge im Lebensverlauf sind besondere Stellen. Da wird ein Baby getauft; an der Schwelle von der Kindheit zur Jugend wird die Konfirmation gefeiert; zwei Menschen entscheiden sich, die Ehe einzugehen und sich kirchlich trauen zu lassen; nach dem Tod der Familienangehörigen findet die kirchliche Bestattung statt.
Selbst in einer immer mehr säkularisierten Welt werden Übergangsrituale der Christlichen Kirchen nach wie vor geschätzt und in Anspruch genommen.
In letzter Zeit ist eine Offenheit oder sogar eine Sehnsucht nach Segenshandlungen zu erkennen; etwa in Schulgottesdiensten (Einschulungs- bzw. Schulanfangsgottesdienste oder auch Schulabschlussgottesdienste). Auch Angebote von Segnungen für Menschen, die sich lieben – wie etwa dieses Jahr am Valentinstag in Butzbach auf dem Marktplatz; oder die Segensstation auf dem Gemeindefest im Sommer werden gut und gerne in Anspruch genommen.
Warum mag das so sein?
Menschen sind sich gerade in Zeiten des Übergangs oft stärker als sonst der Verletzlichkeit und der Unverfügbarkeit des Lebens bewusst. In solchen Phasen der Unsicherheit gibt es oft ein feineres Gespür für das Transzendente, das Mysterium oder auch die Größe Gottes im Vergleich zur menschlichen Begrenztheit. So entsteht auch ein Wunsch nach Vergewisserung oder Beistand, nach Schutz und Bewahrung.
Bei allen Übergangsriten haben die im kirchlichen Dienst stehenden im Grunde dieselbe Botschaft. Sie sagen den Menschen zu: Du bist nicht allein. Der Leben schaffende Gott ist bei dir, geht mit dir, im Guten wie im Schweren.
Diese Mut machende, stärkende Botschaft suchen, erwarten, brauchen Menschen, früher wie heute. Und sie erwarten sie nach wie vor von der Kirche.
Ein Text von
- Pfarrer
- Kirchenvorstands-Vorsitzender
Im Odenwald bin ich 1969 geboren und habe dort meine Kindheit und Jugend verbracht. Nach der Schule zog es mich nach Südafrika, wo ich ein kirchliches Praktikum absolvierte. Mein Theologiestudium führte mich nach Marburg, Heidelberg und Kapstadt. Nach dem Vikariat in Allendorf a.d. Lumda war ich in Südafrika als Friedensfachkraft im kirchlichen Entwicklungsdienst tätig. 2012 kehrte ich wieder nach Deutschland zurück, wo ich zunächst in Schaafheim eine Pfarrstelle übernahm. Ich bin verheiratet und habe zwei Söhne.
