Für die Mitglieder der Gemeinde sowie Besucherinnen und Besucher bedeutet das: Sie sind ausdrücklich eingeladen, auch die Gottesdienste und Veranstaltungen in den Nachbarorten zu besuchen, und es gibt mehr gemeinsame Angebote.
Es war ja schon immer möglich, dass man einen Gottesdienst im Nachbarort besucht oder zum Konzert ein paar Kilometer in die andere Gemeinde fährt. In den letzten Jahren haben die Kirchengemeinden im „Nachbarschaftsraum Nördliche Wetterau“ häufiger zu gemeinsamen Veranstaltungen eingeladen. Butzbach, Kirch-Göns und Pohl-Göns bieten z.B. schon seit einiger Zeit gemeinsame Gottesdienste an. Alle Gemeinden zusammen haben schon mehrere Tauffeste veranstaltet, bereits zwei Mal gab es große Gottesdienste zur Einführung der Konfirmandinnen und Konfirmanden. Parallel sind einige Gemeinden fusioniert, wie beispielsweise Nieder-Weisel, Ostheim, Hoch-Weisel, Hausen und Oes zur Kirchengemeinde am Butzbacher Hausberg.
Ab dem 1. Januar 2026 schließen sich die Kirchengemeinden in der neuen Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Nördliche Wetterau zusammen. Dabei bleiben die bisherigen Gemeinden mit ihren Namen als sogenannte Ortskirchengemeinden bestehen.

Die zentrale Leitung hat dann der neue Gesamtkirchenvorstand, der sich aus 19 Mitgliedern aus den einzelnen Gemeinden zusammensetzt (je nach Gemeindegröße ein bis fünf Personen). Er entscheidet über wesentliche Finanz‑, Bau‑, Personal- und Strukturfragen und verwaltet das gesamte Vermögen der Gemeinden. Es gibt einen gemeinsamen Haushalt, und die Gesamtkirchengemeinde ist Empfängerin aller Zuweisungen, wobei Zweckbindungen der Ortskirchengemeinden beachtet werden. Die Gemeindebüros mit ihren Sekretärinnen sind bereits zusammengelegt. Siehe dazu den Artikel zum vorübergehenden gemeinsamen Gemeindebüro in Ostheim.
Ortskirchenvorstände
In den einzelnen Gemeinden werden neue Ortskirchenvorstände gebildet. Diese organisieren das geistliche und praktische Leben vor Ort: Gestaltung der Gottesdienste, Seelsorge, Bildungsarbeit, diakonische Aufgaben, gesellschaftliche Verantwortung und ökumenische Zusammenarbeit. Sie wirken außerdem bei der Verwendung von Geldern und Vermögen der Ortskirchengemeinde mit.
Vereinfacht gesagt gibt es also eine Zweiteilung: Die verwaltungstechnischen und Grundsatz-Aufgaben werden in der Gesamtkirchengemeinde zentralisiert bearbeitet, die praktische und gestalterische Ausgestaltung in den Ortskirchengemeinden.
Das ist eine Chance: Bisher mehrfach nötige Verwaltungsarbeit wird vereinfacht, die Kommunikation zwischen den Gemeinden wird gestärkt. Die Ehrenamtlichen in den Ortskirchenvorständen können sich auf die praktische kirchliche Arbeit konzentrieren.
Gestalten Sie unser Gemeindeleben gerne aktiv mit
In unserem Ortskirchenvorstand können Sie ganz konkret mit anpacken, Ihre Ideen einbringen und mitentscheiden, wie die Angebote unserer Gemeinde aussehen. Sie können Gottesdienste mit vorbereiten und gestalten, bestehende und neue Veranstaltungsformate weiterentwickeln, im Team Feste und Feiern organisieren und vieles weitere mehr.
Auch in den Fachausschüssen der Gesamtkirchengemeinde sind neue Mitarbeitende herzlich willkommen.
Wenn Sie Interesse haben, mitzuarbeiten, melden Sie sich gerne bei den Pfarrerinnen und Pfarrern, im Gemeindebüro oder bei einem der Ehrenamtlichen aus dem Kirchenvorstand.
Verkündigungsteam
Die Pfarrerinnen und Pfarrer, Kirchenmusiker und Pädagoginnen bilden ein gemeinsames „Verkündigungsteam“ der Gesamtkirchengemeinde und werden auch öfter ortsgemeinde-übergreifend arbeiten.
Fachausschüsse
Ehrenamtliche, die sich für eine spezialisiertere, die Ortsgemeinde übergreifende, Mitarbeit interessieren, können sich in den Fachausschüssen der Gesamtkirchengemeinde engagieren:
- Gottesdienst und theologische Ausrichtung
- Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
- Kirchenmusik
- Öffentlichkeitsarbeit
- Finanzen
- Gebäude und Bauunterhaltung
Je nach Bedarf und Engagement werden noch weitere Ausschüsse eingerichtet.



Hintergrund: Erneuerungsprozess ekhn2030
„Licht und Luft zum Glauben, notwendige Einsparungen umsetzen und die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau fit für die Zukunft machen“ – das ist das erklärte Ziel unserer Landeskirche. Aufgrund der demografischen Entwicklung gehen in den nächsten Jahren mehr Pfarrerinnen und Pfarrer in den Ruhestand, als nachkommen. Die Zahl der Kirchenmitglieder sinkt. Für 2030 erwartet die EKHN eine Finanzierungslücke von 140 Millionen Euro. Anders gesagt: Die Evangelische Kirche wird kleiner. Zugleich steigt die Nachfrage in der Gesellschaft nach sinnstiftenden und orientierenden Angeboten, Inspirationen für Herz und Geist, Impulsen für die seelische Gesundheit. Die Evangelische Kirche möchte mit ihren bestehenden und neuen Angeboten in vielfältiger Gestalt nahe bei den Menschen sein und mit zivilgesellschaftlichen Partnern kooperieren. Die fusionierten Kirchengemeinden sollen mehr Kompetenzen für die Regionen bekommen.
Was ändert sich durch den Zusammenschluss an den Angeboten für die Kirchenmitglieder und die Besucherinnen und Besucher der Gemeinde?
Nach und nach wird es noch mehr gemeinsame, ortsübergreifende Angebote geben. Das bedeutet umgekehrt auch, dass nicht mehr in jedem Ort jeden Sonntag Gottesdienste stattfinden. Nachdem Pfarrerin Cornelia Hankel (Nieder-Weisel) in Ruhestand gegangen ist, ist Pfarrerin Sybille Lenz bereits im Sommer von der Markusgemeinde zur Hausberggemeinde gewechselt. Als nächstes geht Pfarrerin Birgit Müller (Cleeberg-Espa) im neuen Jahr in Ruhestand. Das dann kleinere Pfarrteam der Gesamtkirchengemeinde wird die Aufgaben mit übernehmen. Klar, dass insgesamt dann weniger Angebote möglich sind.
Die gemeinsamen Angebote, großen Feste und Gottesdienste kommen bei vielen Besucherinnen und Besuchern schon gut an: Der Kreis der Teilnehmenden ist größer, man lernt neue Leute aus den Nachbarorten kennen, und mit gemeinsamem Engagement und unterschiedlichen Erfahrungen aus den Ortsgemeinden entstehen längst Ideen für neue Veranstaltungen. Durch das Zusammenwachsen fällt einerseits manches weg. Zugleich wird aber auch Neues möglich.
Ein Übergang, bei dem hier und da vielleicht Staub aufwirbelt, der sich an manchen Stellen in den vergangenen Jahren abgesetzt hat, und der zugleich Gelegenheit bietet, anderes in neuer Klarheit hervorzubringen.
Ein Text von
Die Nachfrage nach sinnstiftenden und orientierenden Angeboten, Impulsen und Inspiration für Herz und Geist ist hoch. Ich finde es wichtig, dass die evangelische Kirche mit ihren liberalen theologischen Ansichten für Menschen in diesen Fragen ein Zuhause bietet und das auch nach außen einladend und zeitgemäß zeigt. Deshalb engagiere ich mich gerne in der Öffentlichkeitsarbeit der Markus-Kirchengemeinde.
