Nördliche Wetterau

Ab 1. Januar 2026 Gesamtkirchengemeinde

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Unsere Kirchengemeinde wächst im neu­en Jahr noch enger mit den benach­bar­ten Kirchengemeinden zusam­men: Aus dem „Nachbarschaftsraum“ wird eine Gesamtkirchengemeinde. Die bis­he­ri­gen Gemeinden blei­ben dabei als soge­nann­te Ortskirchengemeinden bestehen. 

Für die Mitglieder der Gemeinde sowie Besucherinnen und Besucher bedeu­tet das: Sie sind aus­drück­lich ein­ge­la­den, auch die Gottesdienste und Veranstaltungen in den Nachbarorten zu besu­chen, und es gibt mehr gemein­sa­me Angebote.

Es war ja schon immer mög­lich, dass man einen Gottesdienst im Nachbarort besucht oder zum Konzert ein paar Kilometer in die ande­re Gemeinde fährt. In den letz­ten Jahren haben die Kirchengemeinden im „Nachbarschaftsraum Nördliche Wetterau“ häu­fi­ger zu gemein­sa­men Veranstaltungen ein­ge­la­den. Butzbach, Kirch-Göns und Pohl-Göns bie­ten z.B. schon seit eini­ger Zeit gemein­sa­me Gottesdienste an. Alle Gemeinden zusam­men haben schon meh­re­re Tauffeste ver­an­stal­tet, bereits zwei Mal gab es gro­ße Gottesdienste zur Einführung der Konfirmandinnen und Konfirmanden. Parallel sind eini­ge Gemeinden fusio­niert, wie bei­spiels­wei­se Nieder-Weisel, Ostheim, Hoch-Weisel, Hausen und Oes zur Kirchengemeinde am Butzbacher Hausberg.

Ab dem 1. Januar 2026 schlie­ßen sich die Kirchengemeinden in der neu­en Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Nördliche Wetterau zusam­men. Dabei blei­ben die bis­he­ri­gen Gemeinden mit ihren Namen als soge­nann­te Ortskirchengemeinden bestehen.

Die zen­tra­le Leitung hat dann der neue Gesamtkirchenvorstand, der sich aus 19 Mitgliedern aus den ein­zel­nen Gemeinden zusam­men­setzt (je nach Gemeindegröße ein bis fünf Personen). Er ent­schei­det über wesent­li­che Finanz‑, Bau‑, Personal- und Strukturfragen und ver­wal­tet das gesam­te Vermögen der Gemeinden. Es gibt einen gemein­sa­men Haushalt, und die Gesamtkirchengemeinde ist Empfängerin aller Zuweisungen, wobei Zweckbindungen der Ortskirchengemeinden beach­tet wer­den. Die Gemeindebüros mit ihren Sekretärinnen sind bereits zusam­men­ge­legt. Siehe dazu den Artikel zum vor­über­ge­hen­den gemein­sa­men Gemeindebüro in Ostheim.

Ortskirchenvorstände

In den ein­zel­nen Gemeinden wer­den neue Ortskirchenvorstände gebil­det. Diese orga­ni­sie­ren das geist­li­che und prak­ti­sche Leben vor Ort: Gestaltung der Gottesdienste, Seelsorge, Bildungsarbeit, dia­ko­ni­sche Aufgaben, gesell­schaft­li­che Verantwortung und öku­me­ni­sche Zusammenarbeit. Sie wir­ken außer­dem bei der Verwendung von Geldern und Vermögen der Ortskirchengemeinde mit.

Vereinfacht gesagt gibt es also eine Zweiteilung: Die ver­wal­tungs­tech­ni­schen und Grundsatz-Aufgaben wer­den in der Gesamtkirchengemeinde zen­tra­li­siert bear­bei­tet, die prak­ti­sche und gestal­te­ri­sche Ausgestaltung in den Ortskirchengemeinden.

Das ist eine Chance: Bisher mehr­fach nöti­ge Verwaltungsarbeit wird ver­ein­facht, die Kommunikation zwi­schen den Gemeinden wird gestärkt. Die Ehrenamtlichen in den Ortskirchenvorständen kön­nen sich auf die prak­ti­sche kirch­li­che Arbeit konzentrieren.

Gestalten Sie unser Gemeindeleben gerne aktiv mit

In unse­rem Ortskirchenvorstand kön­nen Sie ganz kon­kret mit anpa­cken, Ihre Ideen ein­brin­gen und mit­ent­schei­den, wie die Angebote unse­rer Gemeinde aus­se­hen. Sie kön­nen Gottesdienste mit vor­be­rei­ten und gestal­ten, bestehen­de und neue Veranstaltungsformate wei­ter­ent­wi­ckeln, im Team Feste und Feiern orga­ni­sie­ren und vie­les wei­te­re mehr.

Auch in den Fachausschüssen der Gesamtkirchengemeinde sind neue Mitarbeitende herz­lich willkommen.

Wenn Sie Interesse haben, mit­zu­ar­bei­ten, mel­den Sie sich ger­ne bei den Pfarrerinnen und Pfarrern, im Gemeindebüro oder bei einem der Ehrenamtlichen aus dem Kirchenvorstand.

Verkündigungsteam

Die Pfarrerinnen und Pfarrer, Kirchenmusiker und Pädagoginnen bil­den ein gemein­sa­mes „Verkündigungsteam“ der Gesamtkirchengemeinde und wer­den auch öfter orts­ge­mein­de-über­grei­fend arbeiten.

Fachausschüsse

Ehrenamtliche, die sich für eine spe­zia­li­sier­te­re, die Ortsgemeinde über­grei­fen­de, Mitarbeit inter­es­sie­ren, kön­nen sich in den Fachausschüssen der Gesamtkirchengemeinde engagieren:

  • Gottesdienst und theo­lo­gi­sche Ausrichtung
  • Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
  • Kirchenmusik
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Finanzen
  • Gebäude und Bauunterhaltung

Je nach Bedarf und Engagement wer­den noch wei­te­re Ausschüsse eingerichtet.

Hintergrund: Erneuerungsprozess ekhn2030

„Licht und Luft zum Glauben, not­wen­di­ge Einsparungen umset­zen und die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau fit für die Zukunft machen“ – das ist das erklär­te Ziel unse­rer Landeskirche. Aufgrund der demo­gra­fi­schen Entwicklung gehen in den nächs­ten Jahren mehr Pfarrerinnen und Pfarrer in den Ruhestand, als nach­kom­men. Die Zahl der Kirchenmitglieder sinkt. Für 2030 erwar­tet die EKHN eine Finanzierungslücke von 140 Millionen Euro. Anders gesagt: Die Evangelische Kirche wird klei­ner. Zugleich steigt die Nachfrage in der Gesellschaft nach sinn­stif­ten­den und ori­en­tie­ren­den Angeboten, Inspirationen für Herz und Geist, Impulsen für die see­li­sche Gesundheit. Die Evangelische Kirche möch­te mit ihren bestehen­den und neu­en Angeboten in viel­fäl­ti­ger Gestalt nahe bei den Menschen sein und mit zivil­ge­sell­schaft­li­chen Partnern koope­rie­ren. Die fusio­nier­ten Kirchengemeinden sol­len mehr Kompetenzen für die Regionen bekommen.

Was ändert sich durch den Zusammenschluss an den Angeboten für die Kirchenmitglieder und die Besucherinnen und Besucher der Gemeinde?

Nach und nach wird es noch mehr gemein­sa­me, orts­über­grei­fen­de Angebote geben. Das bedeu­tet umge­kehrt auch, dass nicht mehr in jedem Ort jeden Sonntag Gottesdienste statt­fin­den. Nachdem Pfarrerin Cornelia Hankel (Nieder-Weisel) in Ruhestand gegan­gen ist, ist Pfarrerin Sybille Lenz bereits im Sommer von der Markusgemeinde zur Hausberggemeinde gewech­selt. Als nächs­tes geht Pfarrerin Birgit Müller (Cleeberg-Espa) im neu­en Jahr in Ruhestand. Das dann klei­ne­re Pfarrteam der Gesamtkirchengemeinde wird die Aufgaben mit über­neh­men. Klar, dass ins­ge­samt dann weni­ger Angebote mög­lich sind.

Die gemein­sa­men Angebote, gro­ßen Feste und Gottesdienste kom­men bei vie­len Besucherinnen und Besuchern schon gut an: Der Kreis der Teilnehmenden ist grö­ßer, man lernt neue Leute aus den Nachbarorten ken­nen, und mit gemein­sa­mem Engagement und unter­schied­li­chen Erfahrungen aus den Ortsgemeinden ent­ste­hen längst Ideen für neue Veranstaltungen. Durch das Zusammenwachsen fällt einer­seits man­ches weg. Zugleich wird aber auch Neues möglich.

Ein Übergang, bei dem hier und da viel­leicht Staub auf­wir­belt, der sich an man­chen Stellen in den ver­gan­ge­nen Jahren abge­setzt hat, und der zugleich Gelegenheit bie­tet, ande­res in neu­er Klarheit hervorzubringen.

Ein Text von

Die Nachfrage nach sinn­stif­ten­den und ori­en­tie­ren­den Angeboten, Impulsen und Inspiration für Herz und Geist ist hoch. Ich fin­de es wich­tig, dass die evan­ge­li­sche Kirche mit ihren libe­ra­len theo­lo­gi­schen Ansichten für Menschen in die­sen Fragen ein Zuhause bie­tet und das auch nach außen ein­la­dend und zeit­ge­mäß zeigt. Deshalb enga­gie­re ich mich ger­ne in der Öffentlichkeitsarbeit der Markus-Kirchengemeinde. 

Ein Beitrag aus dem

Gemeindebrief 181
Ausgabe 2025/3

Titelthema:
Übergang

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