Bericht

Jahrzehntelange fundierte Erfahrung in der pädagogischen Arbeit mit Kindern

Brigitte Brown, Dörte Reuhl und Petra Achtner

Brigitte Brown, Petra Achtner und Dörte Reuhl arbei­ten seit 30 Jahren im Dienst der evan­ge­li­schen Kirche als Pädagoginnen. 

„Die Zeit ist vor­bei­ge­gan­gen wie im Flug! Ich kann gar nicht nach­voll­zie­hen, dass das schon drei­ßig Jahre waren!“, sagt Brigitte Brown. Eine von gleich drei Mitarbeiterinnen unse­rer Kita, die in die­sem Jahr seit 30 Jahren bei der evan­ge­li­schen Kirche ange­stellt sind. Alle drei hat schon sehr früh die Begeisterung für die päd­ago­gi­sche Arbeit mit Kindern ergriffen.

Petra Achtner war noch kei­ne zehn Jahre alt, als eine Verwandte, die selbst Erzieherin war, zu ihr sag­te: „Petra, ich glau­be das ist was für dich“. Bei Dörte Reuhl war es kaum spä­ter: „Ich habe schon ganz früh gesagt, dass ich mit Menschen arbei­ten möch­te und eben mit Kindergartenkindern“. Und auch Brigitte Brown hat sich schon in frü­hen Teenagerjahren für den Beruf der Erzieherin entschieden.

Auf unter­schied­li­chen Wegen sind alle drei dann nach Butzbach gekom­men. Brigitte Brown, die zuvor in Rheinland-Pfalz tätig war, erin­nert sich noch gut: „Es war der Kennenlern-Nachmittag für unse­ren Sohn, der in der Kita ange­mel­det war. Da stell­te sich her­aus, dass noch jemand in der Kita als Vertretung für zwei Monate gesucht wur­de.“ Später war es Petra Achtner, die als Kita-Leiterin im sel­ben Jahr begon­nen hat­te, die Brigitte Brown frag­te, ob sie „nicht noch mal aus­hel­fen könn­te. Seitdem bin ich hier!“

Während Brigitte Brown sich „von Anfang an wohl“ in der evan­ge­li­schen Kita gefühlt hat, war der Start für Petra Achtner eher schwie­rig. Sie hat­te sich auf die aus­ge­schrie­be­ne Stelle der Kita-Leitung bewor­ben, nicht ahnend, dass die Stelle einer ande­ren Person qua­si schon zuge­sagt war. Als sie dann anfing, war ihr ers­ter Eindruck „die wol­len mich nicht“. Nach den anfangs „kal­ten Schultern“ haben sie aber bald zuein­an­der gefun­den, nicht zuletzt durch das „per­sön­li­che Miteinander bei Festen und Feiern“.

Dörte Reuhl star­te­te ihre beruf­li­che Karriere in kirch­li­chen Kitas zunächst in Nieder-Mörlen und kam dann vor 15 Jahren nach Butzbach. „Ich möch­te in einer kirch­li­chen Einrichtung arbei­ten, um auch die­se Werte wei­ter­zu­ge­ben“, sagt sie. Sie schätzt daher die Religionspädagogik und das Team, und „dass immer wie­der etwas Neues ent­stan­den ist“.

Das sehen auch Petra Achtner und Brigitte Brown so. „Biblische Geschichten sind wich­tig“, und ein „Highlight“ der Arbeit sind die Kinderbibelwochen. Brigitte Brown fügt an: „Mir wür­de etwas feh­len, wenn ich die Gottesdienste nicht mit den Kindern fei­ern könn­te“. „Hier wirst Du gese­hen als Kita, als Leitung“ fin­det Petra Achtner und sieht als Vorteil einer kirch­li­chen Einrichtung, dass man in der Pfarrerschaft „direk­te Ansprechpartner“ habe. „Das Miteinander bei Kirche ist immer noch was ande­res.“ Neben den Gottesdiensten sind den drei­en die Kita-Sommerfeste in beson­de­rer Erinnerung; beson­ders das Fest zum 25-jäh­ri­gen und dann 50-jäh­ri­gen Bestehen der Kita.

In 30 Jahren hat sich auch in der päd­ago­gi­schen Arbeit mit Kindern eini­ges geän­dert. „Die Berufstätigkeit bei­der Eltern. Als ich ange­fan­gen habe, haben zehn Kinder in der Kita zu Mittag geges­sen. Jetzt sind es so vie­le, die zum Mittag abge­holt wer­den“, sagt Brigitte Brown und fügt an, dass es für Kinder immer schwie­ri­ger sei, sich an Regeln zu hal­ten. Gerade dabei sei die Kita wich­tig, denn hier lern­ten die Kinder das Verhalten in der Gruppe. „Warten ler­nen und Rücksicht neh­men auf ande­re“. Trotz aller Veränderung hält Brigitte Brown fest: „Wenn ein Kind mich anlä­chelt, das bringt mir Freude in der Arbeit“. Und sin­gen! „Ich sin­ge total ger­ne mit den Kindern“.

„Die Entwicklung der Kinder mit zu beglei­ten, Anreize zu geben und einen Grundstein zu legen“ erfüllt auch Dörte Reuhl mit Freude und ist Motivation für ihre Arbeit. Aber auch sie stellt fest, dass sich das Verhalten der Kinder geän­dert habe. „Und die Eltern. Es ist viel mehr Arbeit mit den Eltern gewor­den als mit den Kindern. Kinder kom­men mit viel weni­ger Fähigkeiten als frü­her.“ Dennoch fin­det sie auch nach drei­ßig Jahren im Beruf, dass „die Arbeit mit den Kindern wirk­lich Spaß macht“. Auch wenn es eine Herausforderung sei „allen gerecht zu wer­den“. Erzieherinnen bekä­men aber inzwi­schen „viel Anerkennung“. Die Leistung der Vorarbeit wer­de gesehen.

„Die Arbeit mit den Kindern ist immer noch toll, die Arbeit mit den Eltern wird immer her­aus­for­dern­der“, fin­det auch Petra Achtner. „Die Herausforderungen sind grö­ßer gewor­den und die Aufgaben. Viel mehr Dokumentieren, viel mehr Bürokratie.“ Sie sei 30 Jahre in Butzbach geblie­ben, „weil wir immer was ver­än­dert haben“. Das Kita-Team habe sich päd­ago­gisch wei­ter­ent­wi­ckelt, habe vie­le Fortbildungen gemacht. Es habe sich gewan­delt, was Kinder brau­chen und da müs­se man dran sein. So sei die Eingewöhnung jetzt kom­plett anders, näm­lich in einer Kleingruppe. Hier sei man bera­tend tätig für ande­re Kitas. Und bei allen Entwicklungen geht das Team mit.

„Das Vertrauen mit­ein­an­der“ schätzt Petra Achtner in ihrem Team beson­ders. Dass man sich anein­an­der freut und ger­ne schö­ne Dinge mit­ein­an­der macht, zum Beispiel die Teamweihnachtsfeier nach dem Adventsgottesdienst.

Für die Zukunft nen­nen die drei Kita-Mitarbeiterinnen sehr unter­schied­li­che Wünsche: „Ein schö­ne­res Außengelände für die Krippengruppe“ liegt Brigitte Brown am Herzen. Dörte Reuhl wünscht sich, dass „Eltern etwas aus der Kitazeit ihrer Kinder mit­neh­men und dann wei­ter­füh­ren“. Für Petra Achtner ist der Verbleib bei der Markusgemeinde der größ­te Wunsch. „Eine Kita der Gemeinde vor Ort zu sein mit direk­ten Ansprechpartnern und Kontakten“, das sei wichtig.

Ein Text von

Vor mei­ner jour­na­lis­ti­schen Ausbildung habe ich an der Freien Theologischen Hochschule in Gießen Theologie stu­diert. Daher ist es mir auch ein Anliegen, in der Gemeindearbeit inhalt­li­che Impulse bzw. theo­­lo­­gisch-bibli­­sche Akzente zu set­zen. Außerdem fin­de ich die Arbeit unse­rer inte­gra­ti­ven Kita sehr wich­tig. Unsere drei Kinder haben die Zeit dort sehr genossen. 

Ein Beitrag aus dem

Gemeindebrief 180
Ausgabe 2025/2

Titelthema:
Gestern, heu­te, morgen

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