Christen haben von Beginn an ihren Glauben bekannt. Das Bekenntnis hatte seinen Ort vor allem bei der Taufe. In der Urgemeinde wurden Taufbekenntnisse und dreigliedrige Bekenntnisse zu Gott, dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist formuliert, von denen wir Spuren bereits im Neuen Testament finden (Matthäus 28, 18; 1. Korinther 12, 4ff.; 2. Korinther 13, 13).
Vor genau 1700 Jahren im Sommer 325 nach Christus haben sich dann mehr als 300 führende Kirchenvertreter in der Stadt Nicäa südlich von Konstantinopel (heute Iznik in der Türkei, südlich von Istanbul) getroffen. Eingeladen dazu hatte der römische Kaiser Konstantin, der sich dem Christentum zugewendet hatte. Ziel der Zusammenkunft war es, wichtige theologische Streitfragen zu klären und eine Einheitlichkeit in der Kirche in Bezug auf ein gemeinsames Bekenntnis zu schaffen.
Zwei Fragen waren besonders wichtig. Eine drehte sich um das Verhältnis von Gott, Jesus Christus und dem Heiligen Geist. In welcher Beziehung stehen diese drei zueinander? Bekannt auch als Frage nach der Trinität oder Dreieinigkeit. Die zweite Frage hatte mit dem Wesen von Jesus zu tun. War Jesus nun göttlich oder doch menschlich?
Die Kirchenoberhäupter konnten bei ihrem Treffen in Nicäa letztere Frage nicht klären und einigten sich darauf, dass Jesus Christus beides war! Er war ganz Mensch und ganz Gott. Ein pragmatischer Ansatz, der dazu führte, dass so gut wie alle dem Glaubensbekenntnis zustimmen konnten.
Ähnlich verhält es sich mit der Dreieinigkeit. Ganz aus der Welt geräumt waren die Streitigkeiten zwar noch nicht, aber das Glaubensbekenntnis von Nicäa wurde von späteren Konzilen bestätigt und wurde das Bekenntnis, das bis heute Gültigkeit besitzt. Zu finden ist das Nizänische Glaubensbekenntnis unter der Nummer 687 im Evangelischen Gesangbuch. Dort ist der Text komplett abgedruckt.
Ein Bekenntnis ist auch immer wieder eine Selbstvergewisserung. Woran glaube ich eigentlich? Was ist mir an meinem Glauben wichtig? Wie kann ich das zusammenfassen? Und weil sich die Menschen und Zeiten verändern, ist es immer wieder nötig, neu Antworten auf diese Fragen zu finden. Und so sind im Laufe der letzten 2000 Jahre viele unterschiedliche Glaubensbekenntnisse entstanden.
Gerade für junge Menschen, wie Konfirmandinnen und Konfirmanden, ist es lohnend, sich diese Frage zu stellen und nicht nur das Apostolische Glaubensbekenntnis auswendig lernen, sondern auch einen eigenen Text zu wagen.
So haben die Konfis auch in diesem Jahr wieder ein eigenes Glaubensbekenntnis entwickelt. Zunächst haben sie jede und jeder für sich Entwürfe aufgeschrieben. Im nächsten Schritt sollten sie zu zweit ein Bekenntnis schreiben, dann zu viert, usw. Schließlich musste sich die ganze Gruppe auf ein Bekenntnis einigen, das alle mittragen konnten, in dem sich jede und jeder wiederfinden konnte.
In so einem Prozess wird auch etwas erfahrbar, wie das mit Bekenntnissen ist, die von vielen Menschen getragen werden sollen. Es sind im Grunde Kompromissdokumente. Alle müssen etwas nachgeben, das ein oder andere aufgeben, damit am Ende alle zustimmen können.
Das Konfi-Glaubensbekenntnis 2025
Ich glaube … aber wie oder an was glaube ich eigentlich?
An Gott oder Jesus zu glauben ist nicht einfach, da es nicht auf Fakten beruht. Aber genau das ist das Schöne: Ich kann mir Gott und Jesus vorstellen, wie ich will.
Ich glaube an Gott, obwohl man ihn nicht sehen kann.
Er ist immer da. Gott wacht über mich, in guten und in schlechten Zeiten.
Ich glaube an den Vater, den Schöpfer der Welt, den Schöpfer von allem.
Jemanden, der mir Halt gibt, der immer für mich da ist und mir hilft, und bei dem ich „Ich“ sein kann.
Ich glaube an Jesus Christus, Gottes Sohn, und an seine Geschichte, so wie es in der Bibel steht. Er ist mein Herr, mein Wegweiser, mein Fels in der Brandung.
Beim Heiligen Geist kann ich Schutz suchen, und in der Heiligen Gemeinschaft kann ich mich sicher und geborgen fühlen.
Außerdem glaube ich an die wahre Liebe und die Freundschaft.
Amen.
Ein Text von
- Pfarrer
- Kirchenvorstands-Vorsitzender
Im Odenwald bin ich 1969 geboren und habe dort meine Kindheit und Jugend verbracht. Nach der Schule zog es mich nach Südafrika, wo ich ein kirchliches Praktikum absolvierte. Mein Theologiestudium führte mich nach Marburg, Heidelberg und Kapstadt. Nach dem Vikariat in Allendorf a.d. Lumda war ich in Südafrika als Friedensfachkraft im kirchlichen Entwicklungsdienst tätig. 2012 kehrte ich wieder nach Deutschland zurück, wo ich zunächst in Schaafheim eine Pfarrstelle übernahm. Ich bin verheiratet und habe zwei Söhne.
Vor meiner journalistischen Ausbildung habe ich an der Freien Theologischen Hochschule in Gießen Theologie studiert. Daher ist es mir auch ein Anliegen, in der Gemeindearbeit inhaltliche Impulse bzw. theologisch-biblische Akzente zu setzen. Außerdem finde ich die Arbeit unserer integrativen Kita sehr wichtig. Unsere drei Kinder haben die Zeit dort sehr genossen.

