„Die Musik ist eine Gabe und ein Geschenk Gottes“. Dieser Ansicht war der Reformator Martin Luther. Tatsächlich wird Musik schon in der Bibel erwähnt, wo sie zum Lob Gottes eingesetzt wird. In dieser Linie der Musik zur Ehre Gottes steht auch Johann Sebastian Bach. Am Ende seiner Werke findet sich das Kürzel SDG. Es steht für das Lateinische „Soli Deo Gloria“, was als „Gott allein die Ehre“ übersetzt werden kann.
Geboren wird Johann Sebastian Bach am 21. März 1685 in Eisenach. Sein Vater ist dort Stadt- und Hofmusiker. Bach ist noch keine zehn Jahre alt, als beide Eltern innerhalb eines Jahres sterben. Er lebt von da an bei seinem 14 Jahre älteren Bruder Johann Christoph. Der ist Organist und bringt seinem kleinen Bruder das Orgelspielen bei. Bach hat bereits als Jugendlicher ein außerordentlich hohes musikalisches Talent. Über die Stationen Weimar und Köthen kommt Bach 1723 nach Leipzig und wird dort neuer Kantor der Thomaskirche und Musikdirektor.
Zu Bachs Aufgaben gehört es, jede Woche und zu Festtagen Kantaten zu komponieren und aufzuführen. Etwa 60 Kantaten werden dafür im Jahr benötigt. In Leipzig entstehen unter anderem die Johannes- und die Matthäus-Passion, die Messe in h‑Moll und das Weihnachtsoratorium. Im Jahr 1750 verschlechtert sich Bachs Gesundheitszustand zunehmend und er stirbt am 28. Juli vor 275 Jahren.
Zu Lebzeiten hatte Bach keineswegs die heutige Bedeutung in der Musikwelt. Er stand vielmehr im Schatten seiner Zeitgenossen Georg Friedrich Händel und Georg Philipp Telemann. Und Bach musste auch Kritik hinnehmen: Wie konnte man in der Kirche nur eine solche Musik spielen? Bachs Werke wurden als zu „schwülstig“ und „überladen“ bezeichnet. Die „neuartige“ Kirchenmusik von Bach übertöne die textlichen Inhalte.
Die Vorstellung, wie geistliche Musik klingen sollte, hat sich immer gewandelt und wird sich immer wandeln. Was aber bleibt, ist die Musik als göttliche Gabe und der Wunsch der Menschen, Gott damit zu loben.
Ein Text von
Vor meiner journalistischen Ausbildung habe ich an der Freien Theologischen Hochschule in Gießen Theologie studiert. Daher ist es mir auch ein Anliegen, in der Gemeindearbeit inhaltliche Impulse bzw. theologisch-biblische Akzente zu setzen. Außerdem finde ich die Arbeit unserer integrativen Kita sehr wichtig. Unsere drei Kinder haben die Zeit dort sehr genossen.
