Bericht

Pfarrerin mit Koffer

Früher war ich für vie­le „die Pfarrerin mit dem Koffer“. Schon zu Beginn mei­nes Dienstes schick­te mich der dama­li­ge Propst für ein paar Wochen zur Vertretung in vakan­te Gemeinden in Oberhessen. Auch nach einer Kinderpause reis­te ich wie­der mit dem Koffer durch ver­schie­de­ne Gemeinden. Im Hebst 2010 war in Butzbach eine hal­be Gemeindestelle vakant und so kam ich zur Vertretung hier­her – mit mei­nem Koffer. Doch schon bald wur­de aus der Vertretungssituation eine fes­te hal­be Stelle als Pfarrerin auf Lebenszeit; und 15 erleb­nis­rei­che Jahre gin­gen ins Land. So ver­staub­te mein Koffer allmählich.

Aufgrund von struk­tu­rel­len und per­so­nel­len Veränderungen in der Kirche wer­de ich nun nach lan­ger Zeit wie­der mei­nen Koffer ent­stau­ben und packen. Die neue Pfarrstellenbemessung der Kirchenleitung bedeu­tet für die Markusgemeinde statt bis­her 2,5 Stellen nur noch zwei vol­le Stellen. Da gleich­zei­tig in unse­rem Nachbarschaftsraum in der Gemeinde „Am Butzbacher Hausberg“ (Nieder Weisel, Ostheim, Hoch Weise und Hausen) im Sommer mei­ne Kollegin Cornelia Hankel in ihren wohl­ver­dien­ten Ruhestand gehen wird und die ent­ste­hen­de Lücke drin­gend geschlos­sen wer­den muss, wer­de ich dort bald mei­nen Koffer auspacken.

Als Teil des Verkündigungsteams im Nachbarschaftsraum ver­schiebt sich zwar mein zen­tra­ler Seelsorgebereich, aber das bedeu­tet nicht, dass man mich in Butzbach nicht mehr sehen wird. Ich freue mich auf vie­le gemein­sa­me Projekte und Kooperationen im Nachbarschaftsraum – und wenn es nur für ein paar Stunden auf dem Butzbacher Marktplatz ist, etwa am Valentinstag.

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Gemeindebrief 179
Ausgabe 2025/1

Titelthema:
Verwandlung

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