Impuls

Gott verwandelt

Es ist Frühling. Die Natur erwacht zu neu­em Leben. Mit dem Frühlingswetter ver­än­dert sich aber nicht nur die Natur, son­dern auch die Stimmung vie­ler Menschen. Das ist ein guter Wandel, eine Veränderung, die die meis­ten Menschen posi­tiv sehen.

Trotzdem haben wir Menschen oft unse­re Schwierigkeiten mit Veränderungen. Denn Veränderung bedeu­tet Unbekanntes, Unsicherheit und vor allem bedeu­tet es, dass wir Bekanntes und Vertrautes los­las­sen müs­sen. Selbst wenn das, was wir los­las­sen, gar nicht so wun­der­bar ist, wie wir uns das ger­ne einreden.

Das ist kein Phänomen der Neuzeit, son­dern steckt tief im Menschen drin. Ein Beispiel ist der Auszug des Volkes Israel aus Ägypten, wie er im zwei­ten Buch Mose beschrie­ben wird. Die Israeliten waren Sklaven in Ägypten, kön­nen aber mit Gottes Hilfe flie­hen und erlan­gen die ersehn­te Freiheit. Als sie dann durch die Wüste zie­hen, beginnt die Verklärung der Vergangenheit. Es war doch alles so schön in Ägypten – was ja nicht stimmt. Aber immer­hin war man mit den schlech­ten Umständen ver­traut und konn­te sich arran­gie­ren. Die neu­en Umstände sind fremd und erfor­dern Vertrauen. Das ver­hei­ße­ne gelob­te Land ist nicht zu sehen. Nur eine unsi­che­re Zukunft.

Die Gegenwart fest­hal­ten, das will Petrus. Im Matthäusevangelium wird im 17. Kapitel berich­tet, wie Jesus mit den drei Jüngern Petrus, Jakobus und Johannes auf einen hohen Berg steigt. Dort wird er vor den Augen der Jünger ver­klärt und Mose und der Prophet Elia erschei­nen. Petrus reagiert dar­auf mit den Worten: „Herr, hier ist gut sein! Willst du, so will ich hier drei Hütten bau­en, dir eine, Mose eine und Elia eine.“ Bloß kei­ne Veränderung: Das ist doch alles so schön wie es ist! Und so soll es blei­ben. – Aber es kann nicht so blei­ben. Jesus weiß das. Er muss ster­ben und wie­der auferstehen.

Als Mensch bin ich geneigt, die Veränderung nicht zu wol­len. Aber das Leben ist per­ma­nen­te Veränderung. Nicht immer trifft sie mich gleich per­sön­lich und nicht immer ist sie stark, aber sie ist da.

Auch die Kirche ver­än­dert sich. „Ecclesia sem­per refor­man­da“ heißt es schon sehr früh in der Kirche. Die Kirche soll, ja muss sich stän­dig ver­än­dern, refor­mie­ren. Die Botschaft der Kirche bleibt zwar immer die glei­che, weil der, des­sen Wort sie zu ver­kün­den hat, immer der­sel­be bleibt. Er steht unver­än­der­lich zu sei­nem Wort und zu sei­ner Liebe gegen­über den Menschen. Aber Gott ist der gro­ße Veränderer und will uns Menschen ver­än­dern, ja mehr noch: ver­wan­deln. Hin zu Menschen, die sei­nen Willen tun. So wie es ein­mal Franziskus von Assisi for­mu­liert hat: „Herr, mach mich zu einem Werkzeug dei­nes Friedens.“ Das gilt für Einzelne wie für die Kirche.

Ich habe kei­ne Ahnung, was die Zukunft noch alles brin­gen mag, aber ich bin gewiss, dass ich von einem unwan­del­ba­ren Gott ver­wan­delt wer­de. Möglich machen das der Tod und die Auferstehung von Jesus, die wir zu Ostern feiern.

Ein Text von

Vor mei­ner jour­na­lis­ti­schen Ausbildung habe ich an der Freien Theologischen Hochschule in Gießen Theologie stu­diert. Daher ist es mir auch ein Anliegen, in der Gemeindearbeit inhalt­li­che Impulse bzw. theo­­lo­­gisch-bibli­­sche Akzente zu set­zen. Außerdem fin­de ich die Arbeit unse­rer inte­gra­ti­ven Kita sehr wich­tig. Unsere drei Kinder haben die Zeit dort sehr genossen. 

Ein Beitrag aus dem

Gemeindebrief 179
Ausgabe 2025/1

Titelthema:
Verwandlung

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