Impuls

Auf der Welle reiten

Eigentlich ist bei­des super: die Veränderung und das Beständige. Wenn das Leben ein­tö­nig wird, wenn irgend­wie nur noch Alltag und Routine ist, dann kommt die­ser Drang nach was Neuem, Frischen. Manche suchen sich ein neu­es Hobby, da lernt man auch neue Leute ken­nen, man­che räu­men im Frühling die Wohnung um oder zie­hen um, ande­re wech­seln den Job.

Aber bit­te auch nicht zu viel Neues auf ein­mal! Es ändert sich doch sowie­so schon so viel in der Welt. In den Tagen, in denen die­ser Text ent­steht, ver­än­dert sich die inter­na­tio­na­le Sicherheitspolitik in rasan­ter Weise. Im Bundestag geht es um immense „Sondervermögen“, Investitionen zusätz­lich zum nor­ma­len Haushalt. Es geht um gro­ße Fragen.

Oft wird von der „Transformation“ gespro­chen. Gemeint ist damit die gro­ße, grund­sätz­li­che Veränderung hin zu nach­hal­ti­gem Leben, mit erneu­er­ba­ren Energien, ohne fos­si­le, eine umfas­sen­de Umstellung von Technik und Wirtschaft – und Gesellschaft. Und der poli­ti­sche Streit dreht sich dar­um, wie man das am bes­ten steu­ert, was man wie sub­ven­tio­niert, wie die Transformation sozi­al gerecht ablau­fen kann.

Denn Transformation heißt eben auch, dass man­che Industrien, deren Produkte und damit ver­bun­de­ne Jobs weit­ge­hend über­flüs­sig wer­den. So wie schon Kohleheizungen, Pferdekutschen und Schreibmaschinen über­flüs­sig gewor­den sind. Und Telefonzellen. Die Frage ist: Wie bekom­men wir es als Gesellschaft gut hin, die Transformation so zu gestal­ten, dass es nicht so vie­le Verlierer gibt, son­dern am Ende wirk­lich vor allem Gewinner?

Ich glau­be, ein Teil der Antwort ist: vor der Welle blei­ben oder zumin­dest auf der Welle mit­schwim­men. Nicht weg­schau­en und nicht war­ten, bis die Veränderung von außen über uns her­ein­bricht. Nicht ste­hen­blei­ben. Denn dass die Veränderungen kom­men, das ist gewiss. Die größ­ten davon wer­den die Klimaveränderungen sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass dabei öfter zer­stö­re­ri­sche Unwetter kom­men als wir uns jetzt vor­stel­len kön­nen mit allen wirt­schaft­li­chen und sozia­len Auswirkungen, ist groß.

Gehen wir hin­ge­gen jetzt selbst klei­ne und gro­ße Veränderungen an, kon­zen­trie­ren wir uns auf die Lösungen, trans­for­mie­ren wir sozi­al gerecht und behal­ten wir selbst Steuer und Ruder in der Hand, dann gelingt es sicher­lich auch bes­ser an dem fest­zu­hal­ten, was uns im Kern wirk­lich wich­tig ist.

Und wich­tig sind doch die Werte, die wir umso mehr brau­chen: Freude, Liebe, Hoffnung, Verlässlichkeit, Ehrlichkeit, Offenheit … Was noch?

Ein Text von

Die Nachfrage nach sinn­stif­ten­den und ori­en­tie­ren­den Angeboten, Impulsen und Inspiration für Herz und Geist ist hoch. Ich fin­de es wich­tig, dass die evan­ge­li­sche Kirche mit ihren libe­ra­len theo­lo­gi­schen Ansichten für Menschen in die­sen Fragen ein Zuhause bie­tet und das auch nach außen ein­la­dend und zeit­ge­mäß zeigt. Deshalb enga­gie­re ich mich ger­ne in der Öffentlichkeitsarbeit der Markus-Kirchengemeinde. 

Ein Beitrag aus dem

Gemeindebrief 179
Ausgabe 2025/1

Titelthema:
Verwandlung

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