Bericht

Auf dem Weg zur nachhaltigen Kirchengemeinde

Informationsabend zum kirch­li­chen Umweltmanagement „Grüner Hahn“

Das Netzwerk Klima & Kirche in der Region hat­te am 28. September zu einer Infoveran-stal­tung zum kirch­li­chen Umweltmanage-ment „Grüner Hahn“ ins Ev. Gemeindehaus nach Nieder-Weisel ein­ge­la­den. 14 Interes-sier­te aus fünf Kirchengemeinden und dem Ev. Dekanat Wetterau waren gekom­men, um mehr über den Grünen Hahn zu erfah­ren und um sich mög­li­cher­wei­se auch auf den Weg die­ses Zertifizierungsprozesses zu machen.

Kathrin Saudhof vom Zentrum Gesellschaftli-che Verantwortung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) erklär­te in ihrer Präsentation Hintergrund, Ziele und kon­k­re-te Schritte für Kirchengemeinden, um mit dem Grünen Hahn zer­ti­fi­ziert zu wer­den. Sie beton­te, dass das Ziel kein sta­ti­scher Zustand oder Standard sei, den wir dann „Nachhal-tig­keit“ nen­nen, son­dern eine schritt­wei­se Verbesserung, ein Prozess, auf den sich eine Kirchengemeinde ein­lässt. Auf die­sem Weg unter­stützt der Grüne Hahn Gemeinden, Schritt für Schritt und im eige­nen Tempo, um umwelt­freund­li­cher und nach­hal­ti­ger zu wer­den. Deutschlandweit wur­den bereits über 700 Gemeinden mit dem Grünen Hahn aus­ge-zeich­net. Auch ohne gro­ße Gebäudesanie-run­gen konn­ten sie dadurch durch­schnitt­lich 10 % Strom, 25 % Wärmeenergie, 10 % Wasser und 10 % Müll ein­spa­ren. Um dies 

zu errei­chen, wird ein so genann­tes Umwelt-manage­ment ein­ge­führt. Es lei­tet dazu an, die Umweltauswirkungen, z.B. bei Energie und Wasser, bei den Außenanlagen oder beim Einkauf zu erfas­sen und zu bewer­ten. Anschließend wer­den gemein­sam Ziele fest-gelegt, in wel­chen Bereichen und mit wel­chen Maßnahmen Verbesserungen erreicht wer­den sollen.

Um den Grünen Hahn ein­zu­füh­ren, wird in der Gemeinde ein Umweltteam ge-grün­det, das von einem kirch­li­chen Umwel-tau­di­tor oder einer Umweltauditorin beglei­tet wird. Die Kosten für die Zertifizierung wer­den momen­tan vom Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung über­nom­men. Für Gemeinden zahlt sich der Grüne Hahn also in kon­kre­ten Einsparungen aus, aber auch in wach­sen­dem Bewusstsein für Maß-nah­men zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Und nicht zuletzt gewinnt eine Gemeinde an Glaubwürdigkeit, wenn sie beginnt, für ihren Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung ganz kon­kret, sys­te­ma­tisch und trans­pa­rent auch bei sich selbst anzusetzen. 

Nach Vortrag und Gespräch bedank­te sich das Netzwerk Klima & Kirche bei Frau Saudhof mit einer Tüte bio-vega­ner Köstlichkeiten. Von den Teilnehmenden wur­den die Informationen zum Grünen Hahn, aber auch die Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung in den Kirchengemeinden der Region sehr wertge-schätzt.

Ein Text von
  • Pfarrer
  • Kirchenvorstands-Vorsitzender

Im Odenwald bin ich 1969 gebo­ren und habe dort mei­ne Kindheit und Jugend ver­bracht. Nach der Schule zog es mich nach Südafrika, wo ich ein kirch­li­ches Praktikum absol­vier­te. Mein Theologiestudium führ­te mich nach Marburg, Heidelberg und Kapstadt. Nach dem Vikariat in Allendorf a.d. Lumda war ich in Südafrika als Friedensfachkraft im kirch­li­chen Entwicklungsdienst tätig. 2012 kehr­te ich wie­der nach Deutschland zurück, wo ich zunächst in Schaafheim eine Pfarrstelle über­nahm. Ich bin ver­hei­ra­tet und habe zwei Söhne.